Mitmachaktion vom 24. Februar 2023 – Nistkästen für Fledermäuse!

von | 5. März 2023 | Informationen

Facts zu Fledermäusen in der Schweiz

Fledermäuse sind sehr vielfältige Säugetiere, die in der Schweiz ein breites Spektrum an Lebensräume besiedeln. Sie sind vor allem in Wälder, Gebirge, Höhlen und Gebäuden oder auch in Sumpfgebiete, Gärten Parks und Böschungen zu finden.

Fledermäuse sind Insektenfresser und ernähren sich von Mücken, Käfern, Fliegen und anderen Insekten. Sie können kurze Strecken in kurzer Zeit zurücklege aber auch in grosser Höhe lange Strecken fliegen.

Für die Schädlingsbekämpfung sind Fledermäuse wichtige Partner für uns im Rebberg. Sie helfen, die Populationen von Insekten zu regulieren, die schädliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben können. Zudem können sie auch als natürliche Pollen- und Samenverbreiter für viele Pflanzenarten dienen.

Die häufigsten Arten sind die Zwergfledermaus, die Braunes Langohr, die Grosse Hufeisennase, die Graue Langohr, die Große Abendsegler und die Grosse Mausohrfledermaus.

Leider sind die Fledermäuse gefährdet und zum Teil sogar vom Aussterben bedroht. Um die Erhaltung dieser Arten gibt es verschiedene Strategien Ein wichtiger Aspekt ist die Erhaltung und Wiederherstellung von Fledermauslebensräumen wie zum Beispiel die Erstellung von Fledermausquartieren und Schutzzonen.

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, oder die Gefahren, die in reich strukturierten Landschaften auf die nachtaktiven Jäger warten, machen ihnen das Leben schwer. Eine weiter Ursache natürlicher Art ist die geringe Geburtenrate, lediglich ein Junges bringt ein Fledermaus-Weibchen pro Jahr zur Welt.

Die Grösse der Fledermäuse in der Schweiz reicht von Streichholzschachtelgrösse der Zwerg- und der Mückenfledermaus, bis hin zu 40 Zentimetern Spannweite des Abendseglers. 

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Die Fledertiere, so nennt man diese Gattung eigentlich, existieren bereits seit 60 Millionen Jahren auf der Erde und weltweit gibt es über 1’200 verschiedene Fledermausarten. Damit soll jedes dritte Säugetierart eine Fledermaus sein.

Die grösste Fledermauskolonie der Schweiz befindet sich in Fläsch im Kanton Graubünden. Sie zählt über 1‘000 Tiere. Die weltweit grösste Kolonie weist 20 Mio. Tiere auf und ist in Texas, USA, zuhause.

Wenn die Temperaturen im Frühjahr steigen, etwa ab April, dann erwachen die Fledermäuse aus ihrem Winterschlaf. Diesen verbringen sie gerne in Stollen, Fels- oder Baumhöhlen, weniger in Gebäuden. 

Von wenigen heimischen Vertretern wie dem Grossen und Kleinen Abendsegler ist bekannt, dass die Weibchen zum Gebären nach Nordosteuropa fliegen. Bis zu 1’500 Kilometer können die Distanzen betragen. Andere Fledermausarten fliegen nur 200 Kilometer ins Sommerquartier oder sind mehr oder minder standorttreu.

Die heimischen Fledermäuse können zwischen 8 und 42 Jahre alt werden. Das Durchschnittsalter ist aber meist deutlich geringer.

In der Brutzeit bilden die Weibchen Kolonien, während die Herren Einzelgänger sind. Erst wenn die Weibchen mit dem Nachwuchs heimkehren, etwa im Augsust, September, treffen sie wieder aufeinander. Dann beginnt die Paarungszeit.

Bereits nach wenigen Wochen sind Jungfledermäuse flügge und können selbstständig auf die Jagd gehen. Hierbei erobern Jung und Alt ab der Dämmerung Mücken, Falter, Schnacken und Käfer. Bis zur Hälfte des Körpergewichts sind an Nahrung nötig. Durch ihre Spezialisierung können sie übrigens besonders hohe Aufkommen, etwa von Schnacken, dezimieren.

Lokalisiert wird die Beute durch Ultraschallrufe, die für den Menschen nicht hörbar sind. Diese dienen der Standortbestimmung und sollen eine so exakte Wahrnehmung ermöglichen, wie sie der Sicht des menschlichen Auges entspricht. Wenn Fledermäuse hörbare Laute abgeben, dann dienen diese der sozialen Interaktion.

Mit rasender Geschwindigkeit manövrieren Fledermäuse so durch einen hindernisreichen Luftraum. Das zurückkommende Echo gibt ihnen die Flugroute vor und lässt gleichzeitig umherschwirrende Insekten auf ihrem Radar «aufleuchten».

An den letzten warmen Herbsttagen fressen sie sich ein Fettpolster an, mit dem sie in der Winterruhe für fünf Monate überleben können. Sofern sie ausreichend Nahrung finden.

Fledermäuse jagen mit Vorliebe über extensiv oder gar nicht bewirtschaftete Landschaften, im lichten Wald und an Waldrändern. Selbst unsere vielfältigen Gärten gehören hier dazu. Leider gibt es diese natürlichen Lebensräume immer weniger. Pestizideinsatz leistet einen nicht unerheblichen Beitrag zur Dezimierung der Nahrung und damit der Fledermäuse.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Lichtverschmutzung. Die meisten Fledermausarten meiden das Licht. Vielmehr benötigen sie dunkle Jagdreviere und Flugkorridore. Selbst ein beleuchteter Fussweg wird so zum unüberwindbaren Hindernis, entweder für die Jagd, auf dem Weg zum Tagesquartier und letztlich auch zum Genaustausch mit anderen Fledermauskolonien. Auch wenn ihre Tagquartiere die ganze Nacht beleuchtet sind, schreckt es die meisten Arten ab.

Um so viele Fledermausarten in der Schweiz wie möglich zu erhalten, ist der richtige Schutz der Tiere deshalb wichtig. Sowohl Insektizid- und Pestizidverzicht als auch der Erhalt von Lebensräumen und Schlafplätzen können dabei helfen.

Es gibt einige Spezies, die gerne über Wasser jagen. Will man diese Insektensucher unterstützen, dann ist selbst ein kleiner Teich sehr hilfreich. 

Quelle:

https://www.nachhaltigleben.ch/natur/fledermaeuse-in-der-schweiz-arten-lebensraum-und-bedrohung-3299