Der Weingarten
In der Gemeinde Neunforn im Farhof, steht an bester Lage die Parzelle «Delinat» mit gut über einer Hektare, die zum Bioweingut Lenz gehört.
Auf der Parzelle werden bereits die robusten Traubensorten VB 32-7 in Umkehrerziehung, Cabertin (im 2020 neu gepflanzt) sowie Pinot Noir, angebaut. Neu kommen weitere 70 Aren hinzu. Diese 70 Aren und die bestehende Rebanlage, ist die Grundlage für den Weingarten der Zukunft.
Seit dem Herbst 2021 wird diese Fläche (70 Aren) in einer Permakultur vom Bioweingut Lenz in Zusammenarbeit mit den «SOLAWI-Janer» aufgebaut. Das heisst, die Reben werden in einer Mischkultur mit Obst- und Nussbäumen, Sträuchern, Kräutern und vielem mehr gepflanzt. Zudem soll die Biodiversitätsfläche mit verschiedenen Strukturelementen wie Insektenhotel, Trockensteinmauer, Vogelnistplätze usw. ergänzt werden. In einem zweiten Schritt soll die gesamte Parzelle «Delinat» im solidarischen Weingarten integriert werden.

Der Boden
Beim Boden der Parzelle handelt es sich um einen Typ der Sorte Kalkbraunerde. Der Boden ist mässig tiefgründig 50–70 cm. Das Ausgangsgestein ist Grundmoräne. Es ist ein Gebiet mit Böden aus Grundmoräne. Die Feinerde des Oberbodens als auch des Unterbodens ist Lehm. Der Skeletgehalt des Oberbodens ist schwach skelethaltig mit 5–10%. Der Skeletgehalt des Unterbodens ist steinhaltig mit 10–20%. Der Humusgehalt des Oberbodens liegt bei 2.5–3 %.
Die Kulturen
Haselnusssorten:
Corabel: Reife sehr spät im September/Oktober, sehr grosse kugelige Nüsse, guter Geschmack, relativ starker Wuchs, resistent gegen Bakteriose.
Emoa: Ernte ca. Mitte September, Nüsse gross bis sehr gross, rundfeiner süsslicher Geschmack, hohe Erträge, resistent gegen Bakteriose.
Katalonsky: Späte Reife, Nüsse flachkugelig, Kernanteil klein, robust gegen Krankheiten.
Hallsche Riesennuss: Reife September/Oktober, sehr grosse kegelförmige Haselnuss, guter Ertrag, feiner Haselnussgeschmack, sehr gesund, späte Blüte, Wuchsbreite 1.5-2.5 m, Wuchshöhe 3-6 m.
Wunder von Bollweiler: Bestäuber, Reife September/Oktober, schöne, grosse Nüsse.
Weinbergpfirsich:
Roter Weinbergpfirsich: Roter Weinbergpfirsich, rot- bis tiefrotfleischig, sie sind gegenüber dem normalen Pfirsich aromatischer, dafür weniger süss, sehr pelzig.
Kräutergarter:
Im April 2023 wurde unter der Leitung zweier Mitglieder ein Kräutergarten mit vielen verschiedenen Kräutern angelegt. Folgende Kräuter sind gepflanzt worden:
Oberhalb (West nach Ost): Baldrian, Kamille Echinacea, Liebstäckel, Wildfenchel, Mutterkraut-Johanniskraut und Spitzwegerich.
Unterhalb: Lavendel, Thymian, Frauenmantel, Bergbohnenkraut, Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Borretsch, Buchweizen, Rosmarin und Salbei.
Mandeln:
Ferrastar: Ferrastar aus Frankreich, grosse Frucht, dicker und breiter Kern, geeignet für ungünstige Standorte aufgrund sehr später Blüte, starker, aufrechter Wuchs, brauchen eine weitere Mandel, um sich zu befruchten.
Ferraduel: Ferraduel (Ai x Cristomorto) aus Frankreich, Ernte Ende September, grossfruchtig, oval, hartschalig, Kern breit, sehr gute Qualität mit gutem Geschmack, regelmässige und hohe Erträge, mittelstarker bis starken Wuchs bis 5 Meter hoch, Blütezeit im März, hellrosa-weiss, fremdbestäubend, resistent gegen Monilia, sehr frosthart.
Feigen:
Osborn Prolific: Osborn Prolific aus Amerika, zweimaltragende Feige, braun bis grüngelbe Blütenfeigen ab Mitte August, braun oder blaue Herbstfeigen ab Mitte September bis November, braucht längere Startzeit. Sobald sie etwas gewachsen ist, produziert sie sehr viele Feigen über einen längeren Zeitraum. Sehr schmackhaftes, süsses Fruchtfleisch, mittel bis starken Wuchs, buschig.
Firoma: Reife Juni bis Oktober, lange Blüte- und Erntezeit, braun-violette Frucht, süss- aromatisch, mittelfestes Fruchtfleisch, auch im Topf geeignet, wächst kompakt, winterhart.
Die Rebsorte «Laurot»
Die Rebsorte Laurot hat ihren Ursprung bei Rebenzüchtern aus Tschechien. Im Weinbaugebiet Mähren wurde die Rebsorte von Doz. Ing. Milos Michlovsky, CSc., sowie Prof. Ing. Vilem Kraus, CSc., Lubomir Glos, Vlastimil Perina und Ing. Frantisek Madl selektiert und gezüchtet. Es ist eine Kreuzung aus (Merlot x Seibel 13666) und (Blaufränkisch x St. Laurent). Die Resistenz bei Oidium ist sehr hoch und bei Peronospora und Botritis ist sie hoch. Laurot ergibt eine lockerbeerige Traubenstruktur mit kurzen Stielen.
Die kleinen, runden Beeren sind blauschwarz gefärbt. Die Reben sind eher starkwüchsig, vergleichbar mit Merlot. Laurot ergibt dunkle Weine mit geschmacklichen Nuancen zwischen Merlot und St. Laurent. Bei ausgereiftem Traubenmaterial können komplexe Weine im internationalen Stil ausgebaut werden.
Durch ihre hohe Ertragsleistung bzw. Fruchtbarkeit der Beiaugen, kann die Rebsorte Spätfröste gut «wegstecken». Die Rebsorte hat wenig Geiztribe, lange Internodien und zeigt einen aufrechten Wuchs. Laurot kann man sowohl als Roséwein als auch als kräftigen Rotwein ausbauen. Je nach Produktionsziel, sollte man regulierend auf den Ertrag einwirken. Laurot hat viele kräftig fruchtige Aromen ähnlich seiner Elternsorten Merlot, St. Laurent und Blaufränkisch. Somit ist er als vielseitiger Partner bei der Assemblage einsetzbar.