Der Aufbau der Bodenfruchtbarkeit ist zentral!

von | 2. April 2023 | Informationen

Herbizide aber auch mineralischer Stickstoffdünger sind mitunter die grössten Feinde für die Bodenmikroorganismen, welche die Grundlage für die Bodenfruchtbarkeit bilden. Wird der Boden mit mineralischem Dünger angereichert werden die Pflanzen mit leicht löslichen Nährstoffen versorgt. Die Bodenmikroorganismen werden künstlich überbrückt und die Populationen schwinden langsam.

Ein Beispiel aus Frankreich zeigt, dass eine 30%ige Verringerung der Bodenmikroorganismen im Boden die mineralisierungsaktivität um 40% und die Produktivität der Pflanze ebenfalls um 40% verringert. Zudem wird das Überleben von Bodenpathogenen um das Fünffache verlängert.

Pro Quadratmeter fruchtbaren Boden leben 1 – 3kg Mikroorganismen. Diese Mikroorganismen bilden die Energie- und Nahrungskette im Boden. Über die Photosynthese gelangt die Energie (Kohlenhydrate) über das Wurzelsystem der Pflanze in den Boden und dient so als Primärenergie für das Nahrungsnetz. Je mehr der Boden begrünt (bedeckt) ist, desto mehr Energie fliesst in den Boden und steht dem Bodenlebewesen zur Verfügung.

Ein weiterer Schlüssel für die Bodenfruchtbarkeit ist der Kompost. Gut verrotteter Kompost verbessert nachhaltig die Bodenstruktur und somit den Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalt. Die Zugabe von Kompost dient in erster Linie nicht dem Hinzufügen von Stickstoff, der für die Pflanze verfügbar wird, sondern dient der Kompost dazu die mikrobielle Zusammensetzung im Boden zu verändern. Erst die mikrobielle Aktivität, die mit dem Kompost gefördert wird, trägt anschliessend nachhaltig dazu bei, dass beispielsweise durch das Hacken genügend Stickstoff aus dem Bodenvorrat frei wird, was dann der Pflanz zur Verfügung steht.

Obst+Wein (Ausgabe 4, 2023)