Fakt 1 – Charles Darwin
Charles Darwin widmete sein letztes Werk dem Regenwurm.
The formation of vegetable mould, through the action of worms, with observations on their habits.
Gemäss dem Werk von Darwin ist es zu bezweifeln, dass es noch viele andere Tiere gibt, die eine so bedeutungsvolle Rolle in der Erdgeschichte gespielt haben, wie diese niedrig organisierten Geschöpfe.
Fakt 2 – Arten
Weltweit gibt es bis zu 30’000 verschiedene Arten. Diese werden anhand ihrer unterschiedlichen Lebensweise in 3 Kategorien eingeteilt:
Streubewohnende (Sind an der Oberfläche zu finden und dienen dem Abbau der organischen Substanz.)
Flachgrabende (Leben im Oberboden, sind verantwortlich für die Durchmischung des Oberbodens und bewegen sich nur horizontal. Sie bilden stabile Krümelstrukturen (Ton-Humus-Komplexe.)
Tiefgrabende (legen eine dauerhafte Wohnröhre an, die bis 6m in die Tiefe gehen kann. Diese Regenwürmer bewegen sich somit vertikal.)
In unseren Breitengraden kommt der tiefgrabende Tauwurm am meisten vor.
Fakt 3 – Nahrungsaufnahme
Der Regenwurm frisst pro Tag ungefähr die Hälfte seines Eigengewichts. Abgestorbene Pflanzenteile werden von Bakterien und Pilzen vorverdaut und zerkleinert. Diese zerkleinerten Pflanzenteile dienen dann als Nahrung für den Regenwurm. Je nach Versorgung und Besatz werden so bis zu 6 Tonnen Pflanzenmaterial je Hektare im Laufe eines Winterhalbjahres umgesetzt.
Fakt 4 – Regenwurmbesatz
Eine Spatenprobe (20x20cm Spatenbreite und 25cm Spatentiefe) sollte 2-4 Würmer enthalten. Dies bedeutet ein Besatz von 100-200 Tieren je Quadratmeter. Was ein guter bis sehr guter Besatz bedeutet. Die Regenwürmer sind in den Perioden vom Februar bis April und vom September bis November am aktivsten. Wird ein Regenwurm halbiert (z.B von einer Maschine), entstehen nicht wie oft behauptet zwei neue Würmer. Mit viel Glück kann der vordere Teil des Wurms mit den lebenswichtigen Organen überleben. Der hintere Teil stirbt.
Eins ist klar – Zum Aufbau dauerhafter Bodenfruchtbarkeit und langfristiger Ertragssicherheit ist einzig die Bodenbiologie fähig. Gesunde Böden, die über die nötigen Wasseraufnahme- und Wasserspeicherkapazitäten verfügen sind unverzichtbar für zukünftige Trockenperioden. Der Regenwurm ist dabei ein entscheidender Faktor.
Quelle: Deutscher Weinbau (ddw) 2022